Sancin: Olivenöl vom Monte d’Oro

Die Sancins gelten als Pioniere der Renaissance des Olivenanbaus in Triest. Aber am Anfang schüttelten viele den Kopf über Vitjan Sancin, den studierten Agrar-Wissenschaftler, als er begann, ausgerechnet an einer der schwierigsten Lagen Olivenbäume zu pflanzen. Heute wissen alle: Er hat das Richtige getan.

Das Anwesen hoch über Triest am Monte d’ora („Goldberg“) bietet einen Fernblick auf den Hafen bis weit hinunter nach Istrien. Dottore Sancin gilt nicht nur als exzellenter Winzer, sondern auch als Pionier des in dieser Gegend lange vernachlässigten Anbaus von Oliven. Dabei war er zuerst nur Nebenerwerbs-Landwirt: Bis zu seiner Pensionierung managte er die Triester Müllabfuhr. Die Früchte sechs verschiedener Sorten werden von 4.000 Bäumen händisch geerntet und in der eigenen Mühle gepresst.

Sancins Liebe gehörte aber stets der Landwirtschaft: Deshalb begann er nach dem in Laibach absolvierten Studium damit, Parzellen am Monte d’Oro zu pachten und darauf Kiwis (!) zu pflanzen. Als er dann auch noch auf die Idee kam, Weinstöcke auszubringen und nahe der riesigen Ölsilos 1984 auch einen Olivenhain zu begründen, dessen von Wind und Kälte geprägtes Kleinklima die Kollegenschaft erschauern ließ, irritierte es ihn wenig. Vitjan zog sein Ding durch, begann alte, längst schon vergessene Rebsorten zu rekultivieren und machte sich auf die Suche nach den Olivensorten, die sich hier durch Jahrhunderte bewährten. Das Karstklima, dem seine Olivenbäume ausgesetzt sind, ist Fluch und Segen zugleich: Dass gerade die Kälte für würzigere Aromen sorgt, war sein Kalkül.

Sancin ist ein Produktfanatiker. Deswegen braucht er auch keinen repräsentativen Hof, sondern mietete sich eine Garage im Unterbau des gelben Einfamilienhauses direkt am Scheitelpunkt des Berges. Wichtiger war ihm immer schon die Qualität, für die er stehen möchte. Den ersten 2000 Bäumen folgten bald die nächsten und die übernächsten. Öl presst er sowohl als Cuvée als auch sortenrein  und zwar stets gleich am Tag der Ernte.

Olio Celo ist ein mildes Öl mit einer angenehmen Laubnote, im Abgang nach Mandel schmeckend, ideal zum Braten von Fisch und Krustentieren, aber auch für Gemüse und deftigere Gerichte. Ein Glas von Sancins White Brut als Aperitif, dazu ein Schälchen Olio Celo, in das man Weißbrot tunkt, etwas Meersalz aus dem benachbarten Piran darauf – das hat schon was. Das Öl vereint Oliven der Sorten Leccino, Pendolino, Frantoio, Moraiolo und Bianchera und passt perfekt zu Fisch, Salaten und Carpaccio.

Olio Bianchera wird ausschließlich aus der gleichnamigen autochthonen Sorte gewonnen, der die Meereswinde und die Kälte nichts ausmachen.Es gilt als das Flaggschiff seiner Produktpalette, davon zeugt auch die ganz besondere Verpackung, durch die es als hochwertiges Geschenk an Feinschmecker prädestiniert ist.

Evo ist eigentlich eine Pressung einer Sorte Oliven, die ursprünglich aus Umbrien stammte und von der Universität Perugia rekultiviert wurde. Buga ist eine seltene alte autochthone Oliven-Sorte des nordadriatisch-istrischen Raumes, die bislang nur für Olivenöl-Mischungen verwendet wurde. Als Wertschätzung für die pflanzlichen Varietäten der Region pressen Vitjan und sein Sohn Devan nun erstmals ein reinsortiges Öl aus dieser Olive.

Sancins besondere Öl-Spezialität ist das Lemon Celo aus der für Olio Celo verwendeten Olivenmischung, die gemeinsam mit Bio- Zitronen aus Sizilien gepresst werden. Diese gemeinsame Pressung verhindert – im Gegensatz zu der üblichen Beimischung von Zitronensaft nach der Ölpressung – ein Absetzen des Saftes. Analog dazu produzieren die Sancins seit kurzem auch ein Oran Celo.

Azienda Agricola Sancin, Mont 173, I-34018 Trieste
Ab-Hof-Verkauf nach Voranmeldung
Tel. +39-329-212-6972 und +39-328-591-5990
www.sancin.com
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    Triest, Vitjan Sancin©Triest24.com
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